Donnerstag, 27. August 2015

Verrücktsein wird unterbewertet

Und ein bisschen verrückt muss ich ja sein. Das ist an sich nichts Neues - wie hätte ich sonst inzwischen sechs Jahre Musicalgruppe überstehen können?

Mein aktuelles Projekt hat zwar nichts mit Musical zu tun, aber ein bisschen verrückt ist es vermutlich schon. 
Jedenfalls hat es mit ziemlich viel Handarbeit zu tun. Und mit sechs Metern Chiffon. 


Das ist das erste Teil, das soweit erst mal fertig ist. Es folgen noch mehr... 

Außerdem muss ich noch einen Reißverschluss besorgen und mir überlegen, wie ich ihn am besten einbaue. 

Los geht's, die nächsten Teile mit Chiffon drapieren...

Montag, 10. August 2015

Neue T-Shirts (ich hab ja so wenige)

Ein paar der Stoffe vom Stoffmarkt habe ich inzwischen zu T-Shirts verarbeitet. 

Einmal gab es Melonen: 



Es ist der gleiche Schnitt, den ich für das Olaf-T-Shirt verwendet habe, bei dem ich gar nicht so sicher bin, ob ich das schon mal hier gezeigt habe... Nur die Ärmel sind hierbei einfarbig, weil der Melonenstoff dafür nicht gereicht hat.


Und einmal ein abstraktes Muster, in dem ich afrikanische (?) Masken sehe: 



Die Puppe hat breitere Schultern als ich, deshalb fallen die überschnittenen Schultern nicht so schön. Außerdem werde ich das Shirt vermutlich meistens mit einem Gürtel tragen, damit man wenigstens ein bisschen Taille sieht ;)

Freitag, 31. Juli 2015

Über dem Meer muss die Freiheit wohl grenzenlos sein...

Ja, irgendwann musste ich ja damit anfangen: Cosplay. Mit meinem Halloween-Die-Schöne-und-das-Biest-in-einer-Person-Kostüm und der Hogwarts-Schuluniform bahnte sich das ja schon ein bisschen an. 

Vor einem knappem Monat war ich mit ein paar Freunden auf dem CosDay in Frankfurt und sah da in etwa so aus: 


Eine bezaubernde Freundin war so nett, mit der tollen Kamera einer anderen Freundin ein paar Fotos zu machen. 
(Dummerweise war das nach dem Essen, sonst hätte ich auch noch mehr vom Lippenstift drauf gehabt, den ich versehentlich nicht zum nachmalen mitgenommen hatte...)


Nur echt mit dem Camping-Dingelhopper! 
Ich habe zwar auch eine sehr hübsche Silber-Gabel, die ich von meiner Uroma geschenkt bekommen habe, aber ich wollte nicht riskieren, die zu verlieren, und habe sie deshalb daheim gelassen. 


Haare kämmen geht damit natürlich auch. 

Trotz kleinerer Schönheitsfehler finde ich das für mein erstes Cosplay schon ziemlich gelungen. 
Jetzt habe ich dummerweise Blut geleckt und noch ungefähr hundert Ideen, was man noch wie cosplayen könnte... Aber dann mit mehr Vorlauf und am liebsten auch mit mehr Leuten.

Mittwoch, 1. Juli 2015

O la paloma amarilla

Die Addams-Family-Premiere ist vorbei und lief gut - besser als die Premieren der letzten Jahre.

Noch bin ich ein paar Kostüme schuldig, die ich wegen Premierenstress, Arbeit usw. noch nicht gezeigt habe. 

Auch jetzt prokrastiniere ich.. 

Deshalb nur kurz ein paar Bilder. 
Das erste ist eins von der Premiere: 

Foto von Annika Honold/Lena Federer
"Paloma, du sieht aus wie eine Tatortabsperrung!"

Traumhaft. Gomez mit angeklebtem Schnurrbart, Morticia gerade noch beherrscht ob dieser unmöglichen hellen Farbe in ihrem Haus, die verwunderten Beinekes, der im Hintergrund heraneilende... ähm... -kommende Lurch (in einem Frack übrigens, an dessen Entstehung ich auch beteiligt war) und dazwischen Wednesday, die versucht, "normal" zu sein und einen toten Pudel auf ihrem Kleid hat. 

Da die Rolle der Wednesday (wie beinahe alle anderen auch) doppelt besetzt ist, gibt es das Kleid natürlich doppelt. 



Die Kleider haben den typischen Kragen, den man mit Wednesdays Kleid verbindet, und auch die Manschetten habe ich aufgegriffen. Allerdings ist dieses Kleid eben skandalöserweise gelb mit schwarzen Details statt schwarz mit weiß. 
Um noch etwas mehr "Wednesday" auf dieses so Addams-untypische Kleid zu bringen, habe ich mich für einen Poodle-Skirt entschieden, wie er in den 50ern in war. Für die "Prinzessin der Dunkelheit", wie sie in der offiziellen Beschreibung des Musicals bezeichnet wird, sollte es aber nicht zu lieblich sein, also sollte der Pudel tot sein. 

Die erste Version sah so aus: 


Der Plan dahinter war, ein durchge-x-tes Auge wie in Comics zu verwenden. Leider sah das eher wie ein Haarschleifchen aus und weder ich noch die beiden Darstellerinnnen waren damit glücklich. 
Also ging es an die Problemlösung/Schadensbegrenzung. Zuerst ein Entwurf: 


Meine Zeichenkünste halten sich ja eher in Grenzen, trotzdem war ich damit schon viel eher zufrieden und so wurde das umgesetzt. 



Nachgenäht habe ich die Linien der Skizze mit engem Zick-Zack-Stich in verschiedenen Breiten. 
Über die sicher nicht ganz korrekte Anatomie sehen wir mal hinweg. Für die Wirkung, die erzielt werden sollte, reicht es. 

Und so sehen die Kleider dann jetzt mit Pudelskelett aus: 




Wenn die beiden Damen nicht als Wednesday auf der Bühne stehen, spielen sie eine ganz wundervolle Höhlenmensch-Ahnin, hier ganz rechts zu sehen. 

Foto von Annika Honold und Lena Federer
von links nach rechts: Arzt-Ahnin, Saloongirl, Indianerin (selbstgenäht), Bezauernde Jeannie, Lurch, Höhlenfrau







Sind wir nicht alle schön? 

Foto von Annika Honold und Lena Federer

Dienstag, 2. Juni 2015

Onkel Fester mal zwei

Gleich vorneweg: Ich habe es leider nicht geschafft, gute Fotos zu machen, bevor die Mäntel bei ihren neuen Besitzern angekommen sind. Ihr müsst euch das Verschwommene einfach wegdenken ;)

Den Mantel gibt es in zwei Ausführungen, da die beiden Darsteller sehr unterschiedlich groß sind. Es gibt also einen kleinen und einen großen Mantel. Ansonsten sind sie in Schnitt, Material und Verarbeitung identisch.



 Das Schnittmuster ist aus einem Herrenhemd-Schnitt gebastelt.


 Damit Fester seine Glühbirne transportieren kann, hat jeder Mantel zwei Taschen.


Der Kragen wird mit Knopf und Knopfloch geschlossen, der Rest jeweils mit acht großen Druckknöpfen.


Unter dem Mantel trägt Fester einen äußerst schicken gestreiften Badeanzug, der unter anderem dafür sorgt, dass der Bauch an Ort und Stelle bleibt. 
Die Anzüge selbst sind gekauft, für den leichteren Einstieg habe ich aber im Rücken einen Schlitz mit Druckknöpfen eingenäht.

Sonntag, 24. Mai 2015

Wo geht's bitte nach Eldorado?

Heute gibt es den Eroberer-Ahn zu sehen.


Das Kostüm besteht aus Hose, Oberteil, Helm und dem ultraschicken Mühlsteinkragen. 

Dieses Kostüm hat mich eine Menge Arbeit gekostet, aber ich finde, es hat sich gelohnt. 


Die Pluderhose ist ganz im Stil der spanischen Mode zweilagig: durch die Schlitze der oberen Lage sieht man die untere, andersfarbige Lage.
Es handelt sich hier übrigens um eine Premiere! In meiner gesamten Näh-Karriere hatte ich bisher noch nie Pannesamt verwendet. Und jetzt weiß ich auch, warum... Der Stoff ist widerspenstig, rollt sich an den Kanten wie verrückt, ist elastisch (außer dann, wenn man es braucht) und fusselt alles voll. Darauf kann ich dann jetzt wieder ein paar Jahre verzichten ;)

Am Bund und an den Beinabschlüssen sind Gummis eingezogen. Damit kann die Hose dann leicht geschoppt getragen werden. 



















Das Oberteil besteht zum Teil aus Kunstleder, das schon hier zum Einsatz kam.
Damit sieht es hoffentlich erkennbar nach der Rüstung aus, mit der die Conquistadores ja klischeehaft immer herumgelaufen sind. 
An den Ärmeln wiederholt sich noch mal der Pannesamt der Hose. Ärmel und Rückseite sind aus Jersey. Im Rücken gibt es troztdem noch einen Reißverschluss, damit das Leder und die Nähte beim An- und Ausziehen nicht unnötig belastet werden. 



Der Helm gehört ebenso klischeehaft zum Eroberer wie die Rüstung. (Wenn man bei einer bekannten Internet-Suchmaschine in der Bildersuche "Conquistador" eingibt, sind Rüstung und Helm die ersten Vorschläge für speziellere Suchen)
Er ist auch aus dem Kunstleder und leider ein bisschen wellig geworden. Behaupten wir einfach, er sei vom Kampf verbeult... ;)



Die Halskrause hat mich besonders viel Zeit gekostet. Aber ich wollte sie von Anfang an unbedingt haben, also musste ich da durch.
Trotzdem überkam mich das irrationale Bedürfnis, auch ein Kleidungsstück mit einem solchen Kragen besitzen zu wollen. Ich brauche definitiv mehr Gelegenheit für Kostüme.

Dienstag, 19. Mai 2015

"Mögen mich all Eure Befehle so glücklich machen wie dieser!"

Das sagt Robin Hood, gespielt von Errol Flynn, als ihm König Richard den "Befehl" erteilt, seine geliebte Lady Marian (Olivia de Havilland) zu heiraten. Es sind die letzten Worte des Films "Robin Hood, König der Vagabunden" von 1938. Ja, das ist ziemlich alt. Es ist trotzdem ein toller Film, den ich mal wieder anschauen könnte. 

Was hat das mit unseren Ahnen zu tun?
Es gibt einen Robin-Hood-Ahn (den es hier nicht zu sehen gibt, da ich das Kostüm nicht nähe) und dazu passend eine Burgfräulein- bzw. Maid-Marian-Ahnin. Deren Kostüm ist an die wundervollen Kleider aus dem Film angelehnt.


Die Kleider sind immer hochgeschlossen - was uns eine Menge Schminke spart. Außerdem sind sie langärmelig, was ebenfalls bedeutet, dass wir uns nicht darum kümmern müssen, die Arme weiß zu bekommen. 


Der Gürtel setzt sich auf der Rückseite fort. 
Das ganze Kleid ist übrigens aus Jersey, was besonders bequem ist und ausreichend Beweglichkeit garantiert. Vermutlich muss aber ein Unterrock darunter getragen werden, damit sich der Rock nicht an die Strumpfhosen heftet und sich um die Beine wickelt. 


Auf die Ärmel habe ich mich besonders gefreut. Wann hat man schon mal Gelegenheit, so dramatische Ärmel an ein Kleid zu nähen? 
Die Überärmel sind weiß wie der Rest des Kleides, die schmalen Unterärmel grau wie Gürtel und Halsbündchen. 


Zusätzlich gibt es noch einen Kopfreifen mit einem kleinen Schleier. 


Jetzt muss ich wieder ins Nähzimmer und mich um ein paar andere Kostüme kümmern. Die ersten Proben mit Kostüm nähern sich unaufhaltsam...