Donnerstag, 20. Januar 2011

Was ich in letzter Zeit so gelernt habe

Ich habe gelernt, dass ich bei Schätzungen von Arbeitszeiten völlig daneben liege.

Ich habe gelernt, dass ich für schlampige Arbeit viel zu viel gelobt werde.

Ich habe gelernt, dass Gott seine schützende Hand über mich hält.

Ich habe gelernt, dass ich mit der richtigen Rocklänge meine Beine schlanker erscheinen lassen kann.

Ich habe gelernt, dass ich anscheinend ganz schön laut singen kann.

Ich habe gelernt, dass ich, wenn ich jemanden nach Hause gefahren habe, auf sein "Komm gut heim!" nicht mit "Du auch!" antworten sollte.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Wie entsteht eigentlich ein Kostüm?

Wie das die Profis machen, kann ich natürlich nicht sagen, aber ich kann beschreiben, wie das bei mir abläuft.
Als Beispiel möchte ich das "Wein nicht um mich, Argentinien"-Kleid benutzen.


Die Planung beginnt mit dem Satz:
Wir brauchen ein Kleid für das Pressefoto.

Es soll das Kleid für die berühmteste Szene des Musicals werden: Evita steht nach der Präsidentschaftswahl auf dem Balkon der Casa Rosada und singt "Wein nicht um mich, Argentinien".

Es muss ein helles Kleid sein, so viel steht fest.
Das, was Madonna in der Verfilmung des Musicals trägt, gefällt mir nicht.
Auch die Kleider mit gigantischen Tüllröcken, wie man sie auf verschiedenen EVITA-Plakaten sieht, finde ich nicht passend - abgesehen davon wären so viele Meter Tüll, wie man dafür braucht, nicht gerade billig.
Also beginnt die Recherche: Was hat die echte Evita eigentlich damals getragen? Und Michel hat ein Bild gefunden, das damals aufgenommen wurde.
Es zeigt Evita in einem relativ schlichten, perlmuttfarben schimmernden Kleid mit einem schmalen Gürtel. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass der Ausschnitt assymetrisch mit einer Spitze gearbeitet ist.

Anhand dieses Bildes habe ich mehrere Entwürfe gezeichnet und mich schließlich für einen entschieden (siehe hier).
Da das Kleid eben recht schlicht ist, habe ich mich entschieden, das Oberteil und den Gürtel mit Pailetten zu verzieren.
Den Entwurf habe ich dann der Regie und den Eviten gezeigt und mit ihrem Einverständnis mit der weiteren Arbeit begonnen.

Zuerst musste ich einen Schnitt suchen, der dem benötigten ähnlich ist. Diesen habe ich dann an die Maße der jeweiligen Evita angepasst und verändert - die Spitze am Ausschnitt war natürlich nicht im Schnitt und musste angefügt werden. Außerdem habe ich den Rock nach den individuellen Maßen entwickelt, da der Rock des Schnittes nicht dem Entwurf entsprach.
Dann habe ich berechnet, was ich brauche: Oberstoff, Futter, Reißverschluss, Miederstäbchenband, Nähgarn, Pailletten, Einlage usw.

Der nächste Schritt ist der Zuschnitt. Oberstoff, Futter und Einlage müssen mit den richtigen Nahtzugaben zugeschnitten werden. Dann muss die Einlage auf die entsprechenden Stoffteile aufgebügelt werden.

Erst dann kann das eigentliche Nähen beginnen.
Zuerst habe ich das Oberteil genäht und mit Miederstäbchenband verstärkt - damit es ohne Träger an seinem Platz bleibt und sich nicht während des pathestischen Liedes auf einmal verabschiedet...
Auf das Oberteil habe ich anschließend über 250 Pailletten aufgestickt - für das gewisse Etwas Glitter und Glanz!

Rock, Reißverschluss, Futterrock und Saum sind dann vergleichsweise schnell genäht und auch nicht besonders spannend.



So ähnlich läuft es bei fast allen Kostümen, die ich nähe oder entwerfe.
Gerade bei EVITA kann man schauen, was die historische Person getragen hat.
Aus diesen Informationen und der allgemeinen Mode der Zeit kann ich dann etwas entwerfen, das zum Einen zu Evita passt, zum Anderen (soweit möglich) historisch passend ist, auf der Bühne - auch im Zusammenspiel mit anderen Kostümen - gut wirkt und außerdem möglichst kein Geld kostet ;)

Freitag, 14. Januar 2011

Back to school

Tja, so ist das. Kaum waren Ferien, ist auch schon wieder Schule...

Allerdings bin ich in dieser ersten Schulwoche schon zu einigem gekommen.

Am Montag haben wir gleich mal eine Klassenarbeit geschrieben (ich hab mich immer noch nicht daran gewöhnt, dass ich das jetzt wieder so heißt...). Faltenberechnung. Kein großes Problem. Inklusive Zusatzaufgabe (die ich vermutlich nicht brauchen werde) habe ich eine knappe Stunde gebraucht. Den Rest der Zeit habe ich mit Black Stories in der Pausenhalle verbracht.

Am Dienstag haben wir Paspel- und Schneiderknopflöcher wiederholt. Ist jetzt nicht die spannendste Sache... Während der Modenschauzeit sollen wir mindestens 10 Schneiderknopflöcher stechen - da allerdings mein allererstes schon recht gut aussah, ist das eine durchaus zu bewältigende Aufgabe. Paspelknopflöcher sollen wir so viele wie möglich machen. Die sind deutlich mehr Fummelarbeit und ich habe nicht wirklich Lust darauf. Aber was muss, das muss ;)

Am Donnerstag habe ich einen Schnitt für ein Etuikleid kopiert. Dieses Kleid wird in unserem zweiten Modenschaubild zu sehen sein. Dieses Kleid habe ich aus Probestoff zugeschnitten und genäht.
Und mal wieder kam die Frage: "Johanna, warum bist du so schnell?"
Tja, wenn man die Hose, die eigentlich schon abgegeben werden sollte, noch fertig nähen muss...

Heute habe ich dann das Kleid anprobiert und es wurde abgesteckt. Die Änderungen habe ich dann abgenäht und auf den Schnitt übertragen. Außerdem wurde für das andere Kleid beschlossen, dass ich den gleichen Schnitt, allerdings mit ein paar Änderungen, benutzen kann. Die Änderungen wurden auch schon gemacht.


[Meine Ferienvorhaben sind übrigens, wie ich befürchtet habe, nicht wahr gemacht worden...]